Netzeinspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung

Erst im September 2017 bekräftigten Deutschland und Frankreich ihr Engagement für eine Europäische Energiewende und den Kampf gegen den Klimawandel. Hierzu ist ein europäischer Regelungsrahmen wichtig. Einen Überblick über die Technologien, Recht und Politik, Forschung und Förderung finden Sie auf www.erneuerbare-energien.de

Betreiben Sie eine Anlage zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Fotovoltaik, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse) oder haben Sie eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage im Einsatz?

Für die Einspeisung dieses Stroms in das öffentliche Stromnetz gilt es einige Vorschriften zu beachten. Wir haben Ihnen auf dieser Seite einige Informationen zusammengestellt.

Die Regelungen zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien finden sich im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), zuletzt geändert am 17. Juli 2017:

Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017

Mit der Novellierung des EEG wird künftig die Vergütung erneuerbarer Energien über Ausschreibungen geregelt. Damit wird die Höhe der Förderung vom Markt und nicht länger staatlich festgelegt. Damit sollen der kontinuierliche Ausbau der erneuerbaren Energien gesichert und die Förderkosten gesenkt werden, sofern es genug Wettbewerb gibt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll außerdem mit dem Netzausbau synchronisiert werden. Für jede Technologie werden bestimmte Ausbaumengen festgelegt, die auf die verfügbaren Netzkapazitäten angepasst werden. Außerdem wurde geregelt, dass der Ausbau der Windkraft an Land in Gebieten mit Netzengpässen beschränkt wird. Seit 2017 legt eine Rechtsverordnung Gebiete fest, in denen der Ausbau der Windenergie auf 58 Prozent des durchschnittlichen Ausbaus in den letzten drei Jahren begrenzt wird (sog. Netzausbaugebiet). Diese Begrenzung gilt solange, bis die Netze ausreichend verstärkt sind.

Die Regelungen zur Einspeisung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ergeben sich aus dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz - KWKG), zuletzt geändert am 17. Juli 2017:

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz - KWKG 2017

Nach dem KWKG erhalten Betreiber geförderter KWK-Anlagen zeitlich befristete Zuschlagszahlungen. Damit sollen Investitionsanreize in hocheffiziente und CO2-arme KWK-Anlagen gegeben werden, um den Anteil der Stromerzeugung aus KWK zu erhöhen.
Mit der am 1. Januar 2016 in Kraft getretenen Novelle des KWKG hat der Gesetzgeber das Fördervolumen auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt.

Verfolgte Ziele der Novelle:

  • Klimaschutz: CO2-arme, gasbetriebene KWK-Anlagen sollen Emissionsminderungen von vier Mio. t CO2 erbringen und damit einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung leisten
  • Flexibilität: Durch eine Verbesserung der Förderung für Wärmespeicher, die Fokussierung der Förderung auf den in das öffentliche Netz eingespeisten KWK-Strom, die Einführung einer verpflichtenden Direktvermarktung und weitere Maßnahmen können KWK flexibler auf die fluktuierende Einspeisung von erneuerbaren Energien reagieren.
  • Planungssicherheit: Der Förderrahmen für KWK wird bis 2022 verlängert, das Ausbauziel wird präzisiert und längerfristig gefasst.
  • Einführung von Ausschreibungen: Die Förderung mittelgroßer KWK-Anlagen zwischen 1 und 50 Megawatt elektrischer Leistung wird künftig – wie im EEG – durch Ausschreibungen ermittelt. Als neue Förderkategorie werden Ausschreibungen für innovative KWK-Systeme eingeführt. Die Ausschreibungen wurden mit der Novelle 2017 im Gesetz verankert. Details der Ausschreibungen werden in der KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) geregelt.
  • Harmonisierung der Privilegierungen von KWKG und EEG-Umlage: Die Privilegierung der stromkostenintensiven Industrie bei den Förderkosten des KWKG wird beihilferechtskonform an die Besondere Ausgleichsregelung im EEG angepasst. Wer einen positiven Bescheid nach dem EEG hat, wird auch im KWKG entlastet.

 

 

Am 1. Juli 2017 ist die Verordnung über das zentrale elektronische Verzeichnis energiewirtschaftlicher Daten (Marktstammdatenregisterverordnung - MaStRV) in Kraft getreten.

Die Bundesnetzagentur baut mit dem Marktstammdatenregister (MaStR) ein umfassendes behördliches Register des Strom- und Gasmarktes auf, das von den Behörden und den Marktakteuren des Energiebereichs (Strom und Gas) genutzt werden kann.

Informationen zur Anmeldung von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplung finden Sie in der Rubrik Marktstammdatenregister auf der Homepage der Bundesnetzagentur.

Wälzung der EEG- und KWK-Förderung

Gemäß § 60 Abs. 1 EEG sind die Übertragungsnetzbetreiber berechtigt und verpflichtet, von Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Strom an Letztverbraucher liefern, anteilig zu dem jeweils von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen an ihre Letztverbraucher gelieferten Strom die Kosten für die erforderlichen Ausgaben nach Abzug der erzielten Einnahmen und nach Maßgabe der Erneuerbare-Energien-Verordnung zu verlangen (EEG-Umlage). Die Übertragungsnetzbetreiber ermitteln und veröffentlichten daraufhin bis zum 15. Oktober eines Kalenderjahres die EEG-Umlage für das folgende Kalenderjahr.

Gemäß § 77 Abs. 1 Nr. 2 EEG 2014 war das Elektrizitätsversorgungsunternehmen (= Stromlieferant) verpflichtet, einen Bericht über die Ermittlung der nach § 74 EEG 2014 mitgeteilten Daten zu veröffentlichen. Diese Pflicht ist mit dem EEG 2017 ersatzlos weggefallen. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH veröffentlicht die nachfolgenden Daten lediglich auf freiwilliger Basis.

Letztverbraucherabsatz und Bericht zur Datenerhebung für das Jahr 2016 (PDF)
Letztverbraucherabsatz und Bericht zur Datenerhebung für das Jahr 2015 (PDF)
Letztverbraucherabsatz und Bericht zur Datenerhebung für das Jahr 2014 (PDF)

Informationen zur Ermittlung der EEG-Umlage finden Sie auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber Netztransparenz/EEG-Umlage.

Gemäß der §§ 26a und 26b des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sind die deutschen Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet die KWKG-Umlage für das folgende Kalenderjahr transparent zu ermitteln und bis zum 25. Oktober des Kalenderjahres zu veröffentlichen. Die Jahresabrechnungen der vorangegangenen Kalenderjahre werden bei der Ermittlung der KWKG-Umlage entsprechend berücksichtigt.

Informationen zur Ermittlung der KWKG-Umlage finden Sie auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber Netztransparenz/KWKG-Umlage.

Stromeinspeisung

Technische Vorgaben für die Einspeisung von Strom aus EEG- und KWK-Anlagen

Die technischen Vorgaben ergeben sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG):

§9 Technische Vorgaben
Nach § 9 Abs. 1 müssen Anlagenbetreiber im Sinne des EEG sowie Anlagenbetreiber im Sinne des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes - im Folgenden KWKG - ihre Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber die Einspeiseleistung ferngesteuert reduzieren und die Ist-Einspeisung abrufen kann (sog. Einspeisemanagement nach § 14 Abs. 1 EEG).

Mehrere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie - im Folgenden Fotovoltaikanlagen - gelten gemäß § 9 Abs. 3 EEG ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der Leistung i.S.v. § 9 Abs. 1 und 2 EEG als eine Anlage, wenn sie sich auf demselben Grundstück oder Gebäude befinden und innerhalb zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind. Bei Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von höchstens 100 kW genügt die Ausstattung mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung. Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von höchstens 30 kW können alternativ die maximale Wirkleistungseinspeisung am Netzverknüpfungspunkt auf 70 % der installierten Leistung begrenzen.

Verringerung der Förderung bei Pflichtverstößen

Gemäß § 9 Abs. 7 EEG i.V.m. § 25 Abs. 2 Nr. 1 EEG verringert sich die Förderung / Vergütung auf den Monatsmarktwert, solange die technischen Vorgaben nicht erfüllt sind. Betreiber von KWK-Anlagen verlieren ihren Anspruch auf Zuschlagszahlung nach § 4 Abs. 3 KWKG oder, soweit ein solcher nicht besteht, ihren Anspruch auf vorrangigen Netzzugang nach § 4 Abs. 4 KWKG.

Bereitstellung einer technischen Empfangseinrichtung

Gerne bieten wir Ihnen die Bereitstellung einer technischen Empfangseinrichtung an. Ein Vertragsangebot zur Miete erhalten Sie von Frau Heilmann, ein Bestellformular für den Kauf der technischen Empfangseinrichtung von Herrn Bartenbach.

Informationen zur technischen Umsetzung der Vorgaben

Weitere Informationen zur technischen Umsetzung der Vorgaben nach § 9 Abs. 1 und 2 EEG und den Anforderungen an Stromerzeugungsanlagen hinsichtlich der Blindleistungsbereitstellung haben wir im unten angefügten Dokument "Umsetzung der Technischen Vorgaben und der Blindleistungsbereitstellung" zusammengestellt.

Abholung, Installation und Inbetriebnahme der technischen Empfangseinrichtung

Sobald wir ein von Ihnen unterschriebenes Vertragsangebot oder alternativ ein Bestellformular für den Erwerb erhalten haben, erfolgt der Versand der technischen Empfangseinrichtung an die von Ihnen angegebene Adresse. Für die Montage bitten wir Sie einen Elektroinstallateur zu beauftragen. Mit der Rücksendung des schriftlichen Funktionsnachweises (sog. Bestätigungsformular) bestätigen Sie mit Ihrem Elektroinstallateur, dass Ihre Anlage die technischen Vorgaben erfüllt. Das Bestätigungsformular liegt der Gerätelieferung bei und kann ferner auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Anlagen (* externer Link):

Umsetzung der Technischen Vorgaben und der Blindleistungsbereitstellung

Preis GPRS-Datenübertragung Fernwirktechnik

Bestätigungsformular Technische Vorgaben nach § 9 Abs. 1 und 2 EEG

Messkonzept für Erzeugungsanlagen ab 100 kW Nennleistung der EEG oder KWKG Anlage

Formular - Nachweis Eigenverbrauch

Wo finden Sie Ihre Zählernummer?

Die Zählernummer findet sich über oder unter dem Barcode auf Ihrem Strom-, Wasser- oder Erdgaszähler. Bei Wasserzählern kann die Zählernummer auch auf der Deckelumrandung eingestanzt sein.

Was wird abgelesen?

Den Zählerstand finden Sie auf der Zähleranzeige, die aus drehbaren Rädchen besteht und bei Strom mit „kWh“, Erdgas und Wasser/ Abwasser mit „m³“ und bei Fernwärme mit "MWh" gekennzeichnet ist.

Was bedeutet "HT" und "NT" auf dem Stromzähler?

HT steht für Hochtarif und misst Ihren Stromverbrauch am Tag, NT steht für Niedertarif und misst Ihren Stromverbrauch in der Nacht.

Elektronische Stromzähler, OBIS Code

Bei elektronischen Stromzählern erscheinen in der Anzeige abwechselnd die Codes des OBIS ("Object Identification System") Kennzahlensystems. Diese dienen der eindeutigen Identifikation von Messwerten. Neben dem OBIS Code erscheinen in der Anzeige die Zählerstandsmesswerte.

Was bedeuten die OBIS Codes?

Die Code-Nummern 1.8.0 bis 1.8.2 stehen für Strombezugzähler, die Code-Nummern 2.8.1 bzw. 2.8.2 stehen für Stromliefer- bzw. Einspeisezähler.

OBIS Code Bezeichnung:

1.8.0 - Strombezug Eintarif (ET)
1.8.1 - Strombezug Niedertarif (NT)
1.8.2 - Strombezug Hochtarif (HT)
2.8.0 - Stromlieferung Einspeisung Eintarif (EET)
2.8.1 - Stromlieferung Einspeisung Niedertarif (ENT)
2.8.2 - Stromlieferung Einspeisung Hochtarif (EHT)

Abrechnung Energieeinspeisung

Geht es um Fragen zur Abrechnung von Energieeinspeisungen?

Tel.: 0791 401-8628

Haben Sie Fragen zu den technischen Vorgaben einer Energieeinspeisung?

Wenden Sie sich bitte an

Manfred Steeb
Tel.: 0791 401-309

Wünschen Sie ein Vertragsangebot zur Miete einer techn. Empfangs­einrichtung?

Wenden Sie sich bitte an

Frau Heilmann
Tel.: 0791 401-149

Wünschen Sie den Erwerb einer techn. Empfangs­einrichtung?

Wenden Sie sich bitte an

Dietmar Bartenbach
Tel.: 0791 401-154