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Neue Wärmepreise ab 1. Juli 2016

Senkung des Wärmeverbrauchspreises

Zum 1. Juli 2016 stellen wir die Struktur unserer Fernwärmepreise um und senken den Arbeits- bzw. Verbrauchspreis. Galt bislang ein vereinbarter Betrag für den Grund-, Mess- und Verbrauchspreis, werden wir zukünftig auch die zur Preisbildung herangezogenen Formeln und Indizes veröffentlichen. Damit können wir die Preise marktkonform, transparent und zeitnah den aktuellen Kostenentwicklungen anpassen.

An Ihrer monatlichen Abschlagszahlung ändert sich zunächst nichts. Auf Basis Ihres tatsächlichen Verbrauchs erstellen wir, wie bisher, Ihre Jahresendabrechnung. Sollte sich Ihr Verbrauchsverhalten oder die Wärmepreise im nächsten Jahr ändern, werden wir Ihren Abschlag - wie Sie es seither auch schon kennen - den neuen Gegebenheiten anpassen.

Zum Stichtag 30. Juni 2016 ermitteln wir die Zählerstände für Fernwärme, damit wir die Preissenkung für Ihren Wärmeverbrauch in der zweiten Jahreshälfte berücksichtigen können. Sie können uns den Zählerstand zum Stichtag mitteilen (zum Beispiel per Online-Formular) oder wir errechnen Ihren Verbrauch für das erste Halbjahr unter Anwendung statistischer Verfahren und unter Berücksichtigung der Witterungsbedingungen im ersten Halbjahr.

Preisübersicht:

Ab 1. Juli 2016 gelten folgende Wärmepreise im Wärmenetzgebiet der Stadtwerke Schwäbisch Hall:

Wärmepreise ab 1. Juli 2016

Welches sind die Preisbestandteile für die Lieferung von Fernwärme?

Das Entgelt für Fernwärme setzt sich aus einem verbrauchsabhängigen Bestandteil (Arbeits- bzw. Verbrauchspreis) und fixen Preisbestandteilen (Grund- und Messpreis) zusammen.

Arbeits- bzw. Verbrauchspreis (Cent/kWh bzw. Euro/MWh)

Im Arbeits- bzw. Verbrauchspreis sind die Kosten für die Wärmeerzeugung und die Verteilung der Wärme bis zur Übergabestelle beim Kunden (insbesondere für Brennstoffe, Betriebsstoffe, Wartung und Service) berücksichtigt. Der Verbrauch wird über einen geeichten Wärmezähler gemessen, den Sie selbst jederzeit ablesen und kontrollieren können. Die Jahresverbrauchskosten werden errechnet, indem die am Wärmezähler abgelesenen Kilowattstunden (kWh) - bzw. bei großen Zählern abgelesenen Megawattstunden (MWh) - mit dem Arbeits- bzw. Verbrauchspreis multipliziert werden.

Grundpreis (Euro/kW/Jahr)

Mit dem Grundpreis decken wir unsere Kosten für die Bereitstellung der Wärmeleistung ab, die Sie für die Heizung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung benötigen (angemeldete oder vertraglich vereinbarte Anschlussleistung, gemessen in Kilowatt (kW)). Dazu zählt beispielsweise das Vorhalten unserer Energieanlagen zur Wärmeerzeugung, deren Wartung und der damit verbundene Personalaufwand. Der Jahresgrundpreis wird errechnet, indem die Anschlussleistung (kW) mit dem Grundpreis (Euro) multipliziert wird (Euro/kW/Jahr).

Messpreis (Euro/Zähler/Monat)

Um die Kosten für den allgemeinen Aufwand für Ablesung, Eichung, Rechnungserstellung, Kundenservice etc. abzudecken, berechnen wir einen Messpreis, der pro Zähler anfällt. Der Jahresmesspreis errechnet sich aus dem Messpreis pro Monat und wird mit zwölf multipliziert bzw. jahresanteilig berechnet.

Warum wird jetzt eine Formel zur Preisanpassung veröffentlicht?

Auch bisher haben wir zur Fernwärmepreisbildung die Kostenentwicklung für die Wärmeerzeugung und für die Verteilung der Wärme berücksichtigt Für unsere Kunden war die Preisberechnung jedoch nicht immer leicht nachvollziehbar. Das wollen wir ändern und damit die Preistransparenz erhöhen. Wir haben dazu die wesentlichen, für die Preisbildung relevanten, Indizes ausgewählt, die unsere Wärmegestehungskosten beeinflussen. Weiterhin wurden die Indizes dem Einfluss entsprechend gewichtet.

Welche Index-Werte werden in den Formeln berücksichtigt?

In den Formeln für die Preisbildung werden Indizes berücksichtigt, welche die Kostenentwicklung für die Wärmeerzeugung, -verteilung und -messung marktkonform abbilden und beeinflussen.

Für die Kostenkalkulation der Wärmeerzeugung, -verteilung und -messung spielen unter anderem der Brennstoffmix in unseren Heizkraftwerken und die entsprechenden Brennstoffpreise eine Rolle. In unseren Heizkraftwerken setzen wir neben Erdgas auch Biomethan ein. Weitere kostenbeeinflussende Faktoren sind Aufwendungen für Investitionen, Wartung und Instandhaltung und Personalkosten. Für die Abbildung der Änderungen bei den Investitionskosten, Lohnkosten und Erdgaskosten verwenden wir Indexwerte des Statistischen Bundesamtes. Für Biomethan veröffentlicht das Statistische Bundesamt bislang noch keinen Indexwert. Daher werden wir an dieser Stelle unseren tatsächlichen, vertraglich vereinbarten Bezugspreis für Biomethan in der Formel verwenden. Die Indizes werden so gewichtet, dass sie den Einfluss auf die Preisbildung möglichst realitätsnah abbilden. Wir können die Indizes nicht beeinflussen und sie sind für Sie als Kunden jederzeit zugänglich und einsehbar, denn Sie werden vom Statistischen Bundesamt im Internet veröffentlich. Die Werte finden Sie auf dieser Internetseite des Statistischen Bundesamts.

Welche konkreten Preisindizes kommen in den Formeln zur Anwendung?

Zur Anwendung kommen:

Investitionsgüterindex [Inv]

Der Investitionsgüterindex beschreibt die Wertentwicklung von Sachanlagen, also z.B. Rohrleitungen, Pumpen und Kraftwerksanlagen. Die Entwicklung des Indexes spiegelt die Entwicklung der Kosten bei der Instandhaltung des gesamten Netzes wieder. Er wird veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt Wiesbaden in Fachserie 17, Reihe 2, Preise und Preisindizes für gewerbliche Produkte (Erzeugerpreise); Deutschland, 1. Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), 1.2 Langfristige Übersicht, Erzeugnisse der Investitionsgüterproduzenten in Punkten (Lfd.-Nr. 3), Basisjahr 2010 = 100.

Lohnkostenindex [L]

Der Lohnkostenindex spiegelt den Anteil der Personalkosten zum Betrieb des Wärmenetzes und der Wärmeerzeugung wieder. Er wird veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt Wiesbaden in Fachserie 16, Reihe 4.3, Verdienste und Arbeitskosten, Index der tariflichen Monatsverdienste im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich, 2.1 Deutschland, D-E Energie- u. Wasserversorgung; Entsorgungswirtschaft, Basisjahr 2010 = 100.

Erdgasindex [EG]

Dieser Index spiegelt den Energiepreis für die Wärmeerzeugung aus Erdgas wieder, das in unseren Kraftwerksanlagen zur Wärmeerzeugung verbrannt wird. Er wird veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt Wiesbaden in Fachserie 17, Reihe 2, Preise und Preisindizes für gewerbliche Produkte (Erzeugerpreise); Deutschland, 1. Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Erdgas, bei Abgabe an Handel und Gewerbe, Wohnungswirtschaft (Lfd.-Nr. 628), Basisjahr 2010 = 100.  

Biomethan [Bio]

Analog zum Indes für Erdgas spiegelt dieser Index ebenfalls die Preisentwicklung des Primärenergieträgers Biomethan wieder, aus dem ein Großteil der Wärme in Schwäbisch Hall gewonnen wird. Für den Energieträger Biomethan veröffentlicht das statistische Bundesamt derzeit keinen Index, der die Marktsituation in geeigneter Form darstellt. Die Entwicklung dieses Indexes entspricht den Bezugskonditionen der Stadtwerke Schwäbisch Hall für Biomethan.

Welche Formeln werden für die Preisbildung ab 1. Juli hinterlegt?

Die Formel für den Grundpreis lautet:

GPneu = GP0 x (0,5 x Inv 1/Inv0 + 0,5 x L1/L0)

Der Grundpreis (GP 0) ändert sich demnach mit einem Anteil von 50 % (Faktor 0,5) entsprechend der Entwicklung des Investitionsgüterindexes (Inv1/Inv0) und zu 50 % (Faktor 0,5) entsprechend der Entwicklung für den Lohnkostenindex (L1/L0).

Die Formel für den Arbeits- bzw. Verbrauchspreis lautet:

APneu = AP0 x (0,4 x Bio1/Bio0 + 0,3 x EG1/EG0 + 0,15 x Inv1/Inv0 + 0,15 x L1/L0)

Der Arbeits- bzw. Verbrauchspreis (AP 0) ändert sich mit einem Anteil von 40 % (Faktor 0,4) entsprechend der Entwicklung von Biomethan (Bio1/Bio0), zu 30 % (Faktor 0,3) entsprechend der Kostenentwicklung für den Brennstoff Erdgas (EG1/EG0), zu 15 % (Faktor 0,15) entsprechend der Entwicklung des Investitionsgüterindexes (Inv1/Inv0) und zu 15 % (Faktor 0,15) entsprechend der Entwicklung für den Lohnkostenindex (L1/L0).

Die Formel für den Messpreis lautet:

MPneu = MP0 x (0,5 x Inv1/Inv0 + 0,5 x L1/L0)

Der Messpreis (MP0) ändert sich demnach mit einem Anteil von 50 % (Faktor 0,5) entsprechend der Entwicklung des Investitionsgüterindexes (Inv1/Inv0) und zu 50 % (Faktor 0,5) entsprechend der Entwicklung für den Lohnkostenindex (L1/L0).

Welche Ausgangswerte verwenden wir in den Formeln?

Der Grund- und Messpreis für Wärme wird als Ausgangswert in den Formeln beibehalten. Den Arbeits- bzw. Verbrauchspreis senken wir zum 1. Juli 2016 von derzeit 72,00 € auf 70,00 €.

Zur Berechnung des Wärmepreises zum 1. Juli 2016 gelten für die Preisberechnung die folgenden Ausgangswerte:

  • Grundpreis GP0 = 15 €/kW
  • Arbeitspreis AP0 = 70 €/MWh
  • Messpreis MP0 = 60 €/Zähler/Jahr
  • Investitionsgüterindex Inv0 = 104,1 Punkte
  • Lohnkostenindx L0 = 112,2 Punkte
  • Biomethan Bio0 = 71,05 €/MWh
  • Erdgasindex EG0 = 112,8 Punkte

Sämtliche Preise sind als Nettopreise ausgewiesen und gelten zuzüglich der Mehrwertsteuer.

Für die zum 1.1.2017 kommende Preisanpassung werden beim Investitionsgüterindex und Erdgasindex die Monatswerte für Dezember 2015 sowie Januar bis November 2016 und beim Lohnkostenindex die Quartalswerte vom 4. Quartal 2015 sowie 1. bis 3. Quartal 2016 als Durchschnittswert herangezogen.

Basis-Indexwerte und Folgewerte

Die Basis-Indexwerte (Inv0, L0, EG0 und Bio0) bleiben in den Formeln immer als feste Größen bestehen und werden nur dann (preisneutral) angepasst, wenn sich das Basisjahr ändert.

Derzeit gilt das Basisjahr 2010 = 100 Punkte (Indexbasis). Alle 5 Jahre nimmt das Statistische Bundesamt eine Änderung des Basisjahres vor. Bei der nächsten Änderung wird dann das Jahr 2015 mit 100 Punkten bewertet. Unsere Basis-Indexwerte werden dann analog so angepasst, dass die Änderung zu keiner preislichen Änderung des Wärmepreises führt.

Die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Folgewerte (Inv1, L1, EG1 und Bio1) berücksichtigen die Entwicklung der Preise und Lohnkosten.

Wann werden die Fernwärmepreise erstmals auf Basis der Formeln neu angepasst?

Je nachdem, wie sich Marktpreise bzw. Indizes entwickeln, werden die Preisbestandteile für Fernwärme (Arbeits- bzw. Verbrauchspreis, Grund- und Messpreis) zum Beginn eines jeden Jahres auf Basis der Formeln neu berechnet, erstmals zum 1. Januar 2017. Die Preise können entsprechend steigen oder fallen.

Für wen gelten die neuen Preisregelungen?

Diese Regelungen betreffen unsere Tarifkunden im Wärmenetzgebiet der Stadtwerke Schwäbisch Hall.

FAQ zur Wärmepreisänderung am 1. Juli 2016 als PDF zum Download

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